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Die Staats- und Regierungschefs der EU vereinbaren Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben auf der Tagung des Europäischen Rates vom 27./28. Juni in Brüssel einen umfassenden Plan zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit gebilligt. Derzeit sind EU-weit 23,5 % aller jungen Menschen unter 25 Jahren (ca. 7,5 Millionen) ohne Arbeit. Der Plan sieht unter anderem die beschleunigte Umsetzung der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen und der Jugendgarantie sowie den Ausbau der Jugendmobilität und der Einbeziehung der Sozialpartner vor.

 

<p>© Matthias Enter. Fotolia.com</p>

© Matthias Enter. Fotolia.com

Die Gefahr der Arbeitslosigkeit ist für junge Menschen doppelt so groß wie für Erwachsene. Schätzungen zufolge werden dadurch, dass rund 14 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden können, Kosten in Höhe von ca. 1,21 % des BIP der EU verursacht.

"Hinter der erschreckend hohen Arbeitslosenquote stecken zahlreiche unterschiedliche Realitäten und Ursachen, die oft sehr tief liegen. Und wir geben uns keinen Illusionen hin: Dieses Problem lässt sich nicht im Handumdrehen lösen. Dennoch dürfen wir nicht denken, dass dies eine unmögliche Aufgabe ist. Mit einem gemeinsamen entschlossenen Vorgehen und sofortigen Maßnahmen können wir etwas bewirken. Deshalb haben wir heute eine Reihe von Entscheidungen getroffen, die zur Schaffung von Arbeitsplätzen führen können und werden", erklärte der Präsident des Europäischen Rates Herman Van Rompuy nach der Tagung.

Jugendgarantie-Systeme

Im Rahmen der Jugendgarantie haben die Mitgliedstaaten sich verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass alle jungen Menschen bis zum Alter von 25 Jahren innerhalb von vier Monaten, nachdem sie arbeitslos geworden sind oder die Schule verlassen haben, ein hochwertiges Angebot für einen Arbeitsplatz, einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum erhalten.

Die EU wird die Mitgliedstaaten bei der Finanzierung der Jugendgarantie-Systeme durch die Inanspruchnahme der EU-Strukturfonds, insbesondere der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen, unterstützen.

Beschäftigungsinitiative für junge Menschen

Die Staats- und Regierungschefs der EUsind übereingekommen, die für die Initiative vorgesehene Finanzierung in Höhe von 6 Milliarden EUR vorzuziehen, so dass diese Mittel im Zeitraum 2014-2016, d.h. den ersten beiden Jahren des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens (MFR), zur Verfügung stehen, anstatt dass sie über die gesamte siebenjährige Laufzeit des MFR verteilt werden.

Die Staats- und Regierungschefs haben sich verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen ab Januar 2014 in vollem Umfang anlaufen kann.

Die EU-Regionen, in denen die Jugendarbeitslosigkeit bei über 25 % liegt, werden die ersten Auszahlungen im Rahmen der Initiative erhalten. Hierfür müssen die begünstigten Mitgliedstaaten bis Jahresende jeweils einen Plan zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, u.a. durch die Umsetzung der Jugendgarantie, beschließen. Die übrigen Mitgliedstaaten werden aufgefordert, entsprechende Pläne 2014 festzulegen.

Ferner wurde vereinbart, dass die nicht verwendeten Mittel des MFR in erster Linie für die Unterstützung der Beschäftigung – insbesondere für junge Menschen – eingesetzt werden, sowie in Wachstumsbereichen wie Innovation und Forschung.

Unterstützung junger Menschen bei der grenzüberschreitenden Arbeitssuche

Die Staats- und Regierungschefs sind übereingekommen, bestehende Initiativen wie "Dein erster EURES-Arbeitsplatz" und "Erasmus +", in dessen Rahmen auch die grenzüberschreitende berufliche Bildung gefördert wird, zu verstärken. Die Mitgliedstaaten sollten dafür Sorge tragen, dass sie ab Januar 2014 in vollem Umfang greifen. EURES bietet derzeit Zugang zu über 1,4 Millionen Stellenangeboten und knapp 31 000 registrierten Arbeitgebern in der gesamten EU.

Darüber hinaus werden die Mitgliedstaaten ermutigt, einen Teil der ihnen aus dem Europäischen Sozialfonds zugewiesenen Mittel zur Unterstützung der grenzüberschreitenden Mobilität zu verwenden.

Ausbildungsplätze

Die Mitgliedstaaten sind übereingekommen, dass die Europäische Ausbildungsallianz im Juli anlaufen und der Qualitätsrahmen für Praktika Anfang 2014 eingeführt werden sollte. Mit diesen Programmen soll eine Verknüpfung zwischen dem Privatsektor, den Sozialpartnern und Unternehmen im Hinblick auf ein Angebot hochwertiger Ausbildungsplätze hergestellt werden.

Sozialpartner

Eine weitere Maßnahme zur Förderung der Beschäftigung junger Menschen ist die aktive Einbeziehung der Sozialpartner. Der Europäische Rat begrüßt den Aktionsrahmen für Jugendbeschäftigung ("Framework of Actions on Youth Employment"), den die Sozialpartner im Juni 2013 vereinbart haben.

 

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